Herzensbildung

„Folge deinem Herzen!“? Was von Postkarten, Kalenderblättern und ganzen Büchern her möglicherweise unsere Sehnsucht anspricht 

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Für wen ist MBSR?

MBSR ist ein ganzheitliches Training. Es schult den Geist und den Umgang mit dem eigenen Atem und beinhaltet angeleitete Meditationen sowie Körperübungen in Ruhe und Bewegung.

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Achtsamkeit und Ursprüngliches Spiel

Eltern tun sich nicht immer leicht, ganz da zu sein. Probleme, Sorgen, Überlastung und Stress führen oft dazu, dass es uns schwer fällt uns ganz einzulassen ...

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Achtsamkeit und (christliche) Spiritualität

Das, was heute Achtsamkeit genannt wird, finden wir in anderer Sprache und mit anderen Begriffen auch in anderen Traditionen, nicht zuletzt in der des Christentums.

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Was ist Achtsamkeit?

"Wenn wir einen Begriff nennen müssten, der in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen wird: Welchen würden wir wählen? Achtsamkeit."

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MBSR und Achtsamkeit

MBSR ist eine aus dem großen "Thema" Achtsamkeit heraus entwickelte Methode, um unseren Geist und unser Bewusstsein zu schulen.

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Ursprüngliches Spiel und Pädagogik

Wer es mit Kindern zu tun hat, kriegt es mit Körperlichkeit zu tun. Neben gesundem Abstand und professioneller Distanz brauchen wir auch...

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Was ist MBSR?

MBSR ist die Abkürzung für Mindfulness Based Stress Reduction und wird übersetzt als „achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung“.

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Original Play-Ursprüngliches Spiel

Kinder wollen uns nicht nur hören oder sehen, sie wollen uns spüren – mit Haut und Haar. Kinder sind meist voll da – aber wo sind wir?

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Spiritualität

Wir schlafen ohne es zu wissen (A.de Mello). Deswegen geht es in der Spiritualität um Aufwachen, Erwachen. Wir schlafen den Schlaf der Gedankenverlorenheit und des...

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Herzensbildung

„Folge deinem Herzen!“? Was von Postkarten, Kalenderblättern und ganzen Büchern her möglicherweise unsere Sehnsucht anspricht und dann – weil zu romantisch – vielleicht bald wieder verworfen wird, ist ein tief greifender Prozess. Wie geht „seinem Herzen folgen“? Was spricht oder will „das Herz“ überhaupt?

Ähnlich ist es mit dem viel zitierten „Bauchgefühl“. Was ist das überhaupt? Sitzt es wirklich im Bauch? Und wer kann noch „Bauchgefühl“?

Das eigene Herz zu „hören“ und sein Bauchgefühl zu spüren, steht in keinem Lehrplan unserer Schulzeit und auch in keinem Curriculum eines Studiengangs oder einer Ausbildung. Wie aber kommen wir da (wieder) ran?

Mit „Herzensbildung“ beschreiben wir eine Bildungsarbeit, die es mit Meister Eckhart hält, der „Bildung“ schlicht „Menschwerdung“ nennt. Bildung ist dafür da, der/die zu werden, der/die ich bin. Wer bin ich eigentlich? Wo bin ich in meinem Element? Wann bin ich im Flow? Woran hängt mein Herz? Wo und wann und vielleicht mit wem bin ich ganz ich selbst? Ein Herz und eine Seele?

Achtsamkeit, Spiritualität, Muße, ursprüngliches Spielen (original play®) sind für uns wichtige Zugangswege zu diesen Fragen. Herzensbildung ist für uns wie ein Dachbegriff für alles, was uns zu uns selbst, zu unserem Menschsein – gelegentlich auch darüber hinaus – und in Verbindung zueinander und zu allem, was ist, führt.

Was ist Achtsamkeit?

"Wenn wir einen Begriff nennen müssten, der in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen wird: Welchen würden wir wählen?

Achtsamkeit.

Dieser seltsam schüchterne, aber unglaublich mächtige Begriff hat eine beispiellose Trend-Karriere hinter sich. Achtsamkeit hat es auf die Titelseiten großer Magazine geschafft. Achtsamkeit heißt: In einer überfüllten, überreizten, überkomplexen Welt müssen wir lernen, uns auf neue Weise auf uns selbst zu besinnen. Achtsamkeit ist die Kulturtechnik der reifen Individualität in einer konnektiven Welt." (Matthias Horx)

(Quelle: http://www.zukunftsinstitut.de/artikel/tup-digital/06-innovation-gap/07-future-forecast-2016/gibt-es-einen-megatrend-achtsamkeit/)

 

Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, meinen wir eine Form von Aufmerksamkeit für alles, was gerade jetzt in diesem Moment ist. Ein achtsamer Mensch glaubt an die "Kraft der Gegenwart". Hier sehen wir uns unter anderem Eckhart Tolle sehr verbunden (vgl. sein weltweit gelesenes Werk "The power of now"). Mit Jon Kabat-Zinn sehen wir in der "Achtsamkeit eine Aufmerksamkeit, die

  • absichtsvoll ist
  • sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft) und
  • nicht wertend ist."

(Jon Kabat-Zin: An outpatient program in behavioral medicine for chronic pain patients based on the practice of mindfulness meditation: Theoretical considerations and preliminary results. In: General Hospital Psychiatry. 4 (1), 1982, S. 33-47)

Neben dem weisheitlich-philosphischen Zugang über Eckhart Tolle und dem ursprünglich medizinischen Zugang zur Achtsamkeit von Jon Kabat-Zinn folgen wir einer weiteren Spur zur "Achtsamkeit": Für uns ist Achtsamkeit nichts anderes als das, was Franz Jalics als "kontemplative Lebenshaltung" beschreibt. Mit Anthony de Mello lässt sich Achtsamkeit auch als "Meditation von Leib und Seele" bezeichnen oder schlicht als eine Form von "Beten". 

Dabei geht es uns nicht um eine Art von Wellness-Spiritualität. Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Menschen glücklich zu machen, schöne Gefühle zu erzeugen, nicht einmal, dass sie sich entspannen. Auch bei dem von Kabat-Zinn entwickelten Programm "Mindfulness based stress reduction" (MBSR) geht es nicht eigentlich um Entspannung oder Glück. Vielmehr geht es um den Kontakt mit dem Sosein, mit dem Leben, wie es jetzt gerade ist, mit mir selbst und mit der Welt - aus einer Präsenz und grundsätzlichen Hingabe heraus. Von dort sind das Leben und die Welt zu gestalten. Entspannung ist gut. Aber sie geht nur in die Tiefe, wenn wir uns dem Leben so stellen, wie es ist: voller Verspannung und voller Kraft, voller Schmerz und voller Glück, voller Traurigkeit und voller Schönheit.

 

Was ist MBSR?

MBSR ist die Abkürzung für Mindfulness Based Stress Reduction und wird übersetzt als „achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung“. Es handelt sich dabei um ein langjährig erprobtes achtwöchiges Trainingsprogramm zur Schulung von Achtsamkeit, um Stress und Belastung zu reduzieren. Das Programm bietet effektive und praktische Übungen im Umgang mit Stress, schwierigen Emotionen, körperlichen Schmerzen oder schwierigen Kommunikationssituationen.

Achtsamkeit bedeutet im MBSR-Zusammenhang das Sich-einlassen-auf-den-Moment - mit einem nichtwertendem Gewahrsein. Termindruck, taktlose Kollegen oder Kopfschmerzen - man kann lernen diese Dinge so sein zu lassen, wie sie sind, so dass sie z. B. unsere Entscheidungen nicht negativ beeinflussen. Die Technik: innehalten, bewusst atmen, wahrnehmen. Was sich leicht anhört und was dahinter steckt, lässt sich in achtwöchigen Kursen lernen.

 

Für wen ist MBSR?

MBSR ist ein ganzheitliches Training. Es schult den Geist und den Umgang mit dem eigenen Atem und beinhaltet angeleitete Meditationen sowie Körperübungen in Ruhe und Bewegung. Damit wird eine größere innere Ruhe erreicht und die Wahrnehmung der eigenen Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen gezielt geschult und vertieft.

MBSR ist für Menschen:

  • die nach effektiven Möglichkeiten der Stressbewältigung in ihrem Leben suchen
  • die einen aktiven Beitrag zum Erhalt ihrer inneren Ausgeglichenheit und Gesundheit leisten möchten
  • die eine Haltung der Präsenz, Klarheit und Offenheit kultivieren wollen
  • die unter hohen beruflichen Belastungen leiden
  • die das eigene Gedankenkarussel als Belastung empfinden
  • die mit chronischen Schmerzen leben
  • die häufig Stress und Erschöpfung erleben
  • die unter Schlaflosigkeit leiden
  • die innere Spannungen abbauen wollen
  • die wiederkehrende Kopfschmerzen oder Migräne haben

Was können Sie durch MBSR gewinnen:

  • erhöhte Fähigkeit sich zu entspannen
  • gesünderer Umgang mit Stress und Belastung
  • bewusster und entspannter Umgang mit schwierigen Emotionen
  • mehr innere Ruhe und Gelassenheit
  • mehr Gelassenheit in Konflikten und herausfordernden Kommunikationssituationen
  • Präsenz, Klarheit und Offenheit
  • Mehr Freiheit im Hinblick auf das eigene Denken und Handeln
  • Selbstakzeptanz, Selbstfreundlichkeit und Selbstfürsorge
  • mehr Lebensfreude und Lebensqualität
  • weniger Leidensdruck bei körperlichen und psychischen Überlastungen

MBSR und Achtsamkeit

Achtsamkeit ist eine aus dem Buddhismus kommende Haltung, die viele Traditionen kennt. MBSR ist eine aus dem großen "Thema" Achtsamkeit heraus entwickelte, weltanschaulich neutrale und seit 40 Jahren bewährte Methode, um unseren Geist und unser Bewusstsein zu schulen. Wir üben uns darin, aufmerksam mit unseren Gedanken, Gefühlen und unserem Körper umzugehen. Auf diese Weise können wir ein tiefes Verständnis von uns selbst und unserem Umgang mit der Welt entwickeln. Das ermöglicht es uns, den eigenen Alltag mit all seinen Herausforderungen besser zu bewältigen.

Indem wir lernen, ganz gegenwärtig zu sein und uns mit all unseren Sinnen für den Augenblick zu öffnen, erhält unser Leben eine ganz neue Intensität. Die Achtsamkeitspraxis zeigt Wege aus der täglichen Zerstreutheit, lehrt uns innezuhalten und immer wieder die entscheidenden Fragen zu stellen:

  • Bin ich gerade wirklich anwesend in meinem Leben?
  • Wie lebe ich im jetzigen Augenblick?

Achtsamkeit ist etwas anderes als Entspannung, auch wenn umgekehrt Entspannung wichtig ist. Achtsamkeit ist auch mehr als einfach vorsichtig zu sein oder besonders aufzupassen. Insofern ist dieses Wort Achtsamkeit, das sich zum Fachwort entwickelt hat, erklärungsbedürftig: Achtsamkeit ist das ruhige und gelassene Wahrnehmen von allem was in unserem Gewahrsein auftaucht, also auch schwieriger Gedanken und Gefühle.


Achtsamkeit erlaubt uns, dieses eigene Erleben ohne Scheu zu betrachten und mit dem zu sein, was gerade da ist, unabhängig davon, wie schwierig es ist. Dazu braucht es allerdings ein Training. Denn wie wir wissen, kann das was in unserem Gewahrsein auftaucht auch beunruhigend oder gar beängstigend sein. Die Erfahrung und die Forschung haben gezeigt, dass ein Training von 8 Wochen bereits einen erheblichen Unterschied machen kann. MBSR-Kurse dauern deshalb 8 Wochen. Es ist aber wichtig dieses Training, nachdem es einmal erlernt wurde, zu einem dauerhaften Teil unseres Lebens zu machen.

 

Original Play - Ursprüngliches Spiel

„Menschsein bedeutet in Gedanken verloren sein“, schreibt Eckhart Tolle. Das trifft v.a. auf uns Erwachsene zu. Unsere modernen technischen Helfer smartphone&co verstärken diese Tendenz, so dass die Kinder noch vehementer um unsere Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Kinder suchen Kontakt und wir missverstehen es oft genug als Störung. Beziehung aber braucht wirkliche Begegnung und Berührung. Echter Kontakt entsteht nur dann, wenn wir uns ganz einlassen. Kinder lieben es, wenn wir Erwachsene uns zu ihnen auf den Boden gesellen.

Im körperlichen Miteinander mit Kindern wie von Kindern untereinander und schließlich im Spiel mit allen möglichen Tieren hat O.Fred Donaldson ein Muster entdeckt, das wir überall in unserer Welt entdecken können. Er hat es original play, Ursprüngliches Spiel, genannt und darin ein Geschenk der Schöpfung an alles Leben erkannt. In ihm liegt eine geheimnisvolle Kraft, unsere ursprüngliche Verbundenheit mit allen Wesen wieder zu spüren. Eine innere und körperliche Form der „Friedensbewegung“, die uns vom Kampf zum (Kinder)Spiel führt.

Im Ursprünglichen Spiel gibt es kein Gewinnen oder Verlieren, keinen Sieg und keine Niederlage. Im Unterschied zum „kulturellen Spiel“ geht es nicht um Kampf oder Wettkampf, sondern um bleibende Verbundenheit, die sich letztlich in einem Geben und Empfangen von Liebe ohne Bedingung äußert. Im Spiel mit Kindern können wir uns gemeinsam auf den Weg machen, Kampf abzulegen, zurückzufinden zu einem Miteinander, das geprägt ist von Präsenz, Achtsamkeit und Arglosigkeit.

Achtsamkeit und Ursprüngliches Spiel

Eltern tun sich nicht immer leicht, ganz da zu sein. Probleme, Sorgen, Überlastung und Stress führen oft dazu, dass es uns schwer fällt uns ganz einzulassen auf unsere Kinder. Wir lieben unsere Kinder und doch wissen wir manchmal nicht mehr recht, wie wir ihnen das auf natürliche Weise zeigen können. Wir brauchen dafür gar nicht so viel mehr Zeit, als wir manchmal glauben. Viel mehr geht es darum, uns für  Momente und wichtige Zeiten ganz zuzuwenden. Das betrifft in den ersten Jahren Alltagssituationen wie die Zeiten der Pflege und der Begleitung in den Schlaf. Sobald sie mobil werden, wollen sie sich frei bewegen und auf Erkundungstour gehen. Dennoch suchen und brauchen sie den Kontakt und Körperkontakt zu uns. Uns buchstäblich berührbar, greifbar, ja angreifbar zu machen, ist eine gute Möglichkeit, v.a. mit kleinen Kindern in ein „Kinderspiel“ einzutauchen, in dem wir vom Kopf sozusagen auf „alle Viere“ kommen, das Wechselspiel an Berührung zulassen und auch unseren Herzen erlauben sich zu öffnen und einander zu berühren. So helfen wir einander, hellwach und lebendig zu werden – für uns selbst und im Miteinander. Ursprüngliches Spiel führt uns damit zu Achtsamkeit/Geistesgegenwart, die immer auch Gegenwart des Herzens bedeutet: Mindfulness&Heartfulness

So wird das Spiel für Erwachsene wie Kinder zu einem Übungsweg, der ähnlich wie die Praxis der Achtsamkeit

Ursprüngliches Spiel und Pädagogik

Wer es mit Kindern zu tun hat, kriegt es mit Körperlichkeit zu tun. Neben gesundem Abstand und professioneller Distanz brauchen wir auch das, was wir „professionellen Körpereinsatz“ nennen könnten. Wenn Kinder miteinander körperlich im Kontakt sind, liegt unsere Aufgabe als Eltern wie als Pädagog*innen darin, zu erkennen, ob darin Aggression - kurz: ob es Kampf oder Spiel ist.

Ursprüngliches Spiel wird in unserer Kultur recht schnell (spätestens mit 3, 4 Jahren) vom „kulturellem Spiel“ abgelöst, das letztlich in Kampf und Wettkampf besteht. Auch wenn wir unseren Kindern sagen, sie sollen „spielen statt zu kämpfen“, oder reden statt zu kämpfen (wenn es um Konflikte geht), bringen wir ihnen selbst oft  Kampf und Wettkampf bei, ohne dass es uns immer bewusst ist. In den Medien wie in unserer Kultur überhaupt ist Kampf und Wettkampf allgegenwärtig, so dass es nur natürlich ist, dass ihn auch die Kinder übernehmen. Wenn wir selbst beginnen, unsere Muster von Kampf und Wettkampf zu erkennen, sowie im Kontakt mit den Kindern weniger Worte zu gebrauchen und stattdessen unseren Körper neu einzusetzen, stehen uns zum einen neue Optionen in der Intervention und Begleitung von Konflikten zur Verfügung und zum anderen ein erstaunlicher Übungsweg in Gewaltlosigkeit, Frieden und einer inneren Haltung der Arglosigkeit und bedingungsloser Liebe.

Spiritualität

Wir schlafen ohne es zu wissen (A.de Mello). Deswegen geht es in der Spiritualität um Aufwachen, Erwachen. Wir schlafen den Schlaf der Gedankenverlorenheit und des Erledigungsmodus. Wenn wir nicht aufpassen, übernimmt der Autopilot unser ganzes  Leben und verlieren wir uns in Problemen, Sorgen und Ängsten.

„In diesem Sinn ist Spiritualität die nützlichste Sache der Welt – nicht Frömmigkeit, nicht Gebet, nicht Religion, nicht Gottesdienst – Wachwerden, Wachwerden“ (A.de Mello). Wege zu suchen und einzuüben, wie Gelassenheit und Güte wachsen können, Mitgefühl und Engagement für eine lebenswerte Welt aus einem reinen Herzen. Und wie wir den Kampf beenden können, ständiger Widerstand, gegen das, was ist (aber nicht zu ändern ist), wie durch Hingabe und Loslassen im Herzen Frieden werden kann – könnte es etwas Nützlicheres geben?

Spiritualität, die zugleich in die Tiefe geht und in die Weite führt. Die uns im Alltag in Kontakt bringt mit den Menschen um uns, mit der Stille in uns und mit dem großen Ganzen des Lebens, ist ein Prozess des Bewusstwerdens. Wir können ihn nicht machen, aber ihm Raum geben. Spiritualität ist für uns nicht ein Programm zur Selbstoptimierung, denn das Geheimnis des Lebens steht uns nicht zur Verfügung. Je mehr wir zum Leben im gegenwärtigen Augenblick „erwachen“, desto mehr stoßen wir auch auf das bleibende Geheimnis.

Spiritualität ist ein schillernder Begriff, der in unserer Zeit manchmal überstrapaziert wird und auch ein „Irrlicht“ sein (Fulbert Steffensky). Dennoch wollen wir auf ihn nicht verzichten, weil wir davon ausgehen, dass es tief in uns eine Sehnsucht gibt, die uns über unser kleines erdachtes Ich hinausführt. Wenn wir uns Raum und Zeit geben, um in die Stille gehen, um nach innen zu spüren, zu schauen und zu lauschen, stoßen wir auf eine Fülle wie Leere, die über uns hinausweist und uns gleichzeitig mit allem Leben verbindet. 

 

Achtsamkeit und (christliche) Spiritualität

Das, was heute Achtsamkeit genannt wird, finden wir in anderer Sprache und mit anderen Begriffen auch in anderen Traditionen, nicht zuletzt in der des Christentums. Wenn wir uns nicht in sinnlose Debatten um Rechtgläubigkeit oder oberflächliche Wahrheiten verlieren, können wir uns in der Stille, in der Meditation und in der Übung der Achtsamkeit auf einem gemeinsames Feld jenseits von richtig und falsch treffen (vgl. den muslimischen Sufi-Lyriker Rumi).

Mit Cordat Herzensbildung suchen wir nicht das Trennende, sondern das Verbindende. Wenn wir in die Stille ohne Worte gehen, den Gedanken nicht mehr alleinige Priorität einräumen und tief genug schauen, lauschen und spüren, können wir gemeinsam üben, meditieren und beten – egal ob wir Buddhist*innen, Christ*innen sind, einer andere Herkunft und Heimat haben, oder auch Agnostiker*innen oder Atheist*innen sind.